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MieterstromPlus!

Den Solarstrom zu den Mieterinnen und Mietern bringen!

Kurzbeschreibung

“Mieterstrom” ist auf Mietshausdächern erzeugter Solarstrom. Er punktet durch seine umwelt­freundliche Produktion und den lokalen Verbrauch direkt im Gebäude. Das Stromprodukt ist preislich attraktiv, stößt jedoch auf unterschiedlich hohe Nachfrage bei Hausbewohnerinnen und -bewohnern. Das hemmt, neben komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen, die breite Umsetzung des Konzepts. Das IFAF-Projekt MieterstromPlus möchte die Bedürfnisse der Mieter*innen bei der Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen rund um solare Strom­versorgung ermitteln und das Zustandekommen von weiteren Mieterstromprojekten mit der Immobilienwirtschaft fördern.

Projektinfos

Projektlaufzeit

01.10.2019 bis 31.03.2022

Förderlinie

Hintergrund

Solaranlagen auf Mietshausdächern stellen eine willkommene Möglichkeit dar, die Energiewende im städtischen Raum voranzubringen. Immobilienbesitzer*innen bzw. Hausverwaltungen sind zunächst maßgeblich für die Entscheidung über ein Mieterstromprojekt verantwortlich. Um ein solches Projekt wirtschaftlich betreiben zu können, wird allerdings eine gewisse Mindestanzahl an Mieterstromkundinnen und -kunden benötigt.

Die Gewinnung von Solarstrom stößt auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Jedoch unterscheiden sich die Beteiligungsquoten bei bereits realisierten Projekten stark. Ein wirtschaft­licher Betrieb von Mieterstromprojekten ist folglich von den schwer vorhersagbaren Entschei­dungen der einzelnen Mietparteien abhängig. Das damit verbundene Risiko hemmt neben hohen Bürokratie-Anforderungen die Umsetzung neuer Projekte.

Ziele

Es soll ermittelt werden, was Menschen motiviert, Solarstrom vom Dach zu beziehen und was mögliche Hinderungsgründe sind. Dazu soll auch geklärt werden, welche Erwartungen an das Stromprodukt Mieterstrom und an den Stromanbieter bestehen.

Darüber hinaus soll ermittelt werden, ob von den Mieterinnen und Mietern weitere Dienst­leistungen rund um das Thema Strom gewünscht sind. Beispiele dafür sind Energiespar­beratung, intelligente Stromzähler, Leasing von energiesparsamen Geräten oder eine Ladeinfrastruktur für E-Mobilität.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einen Stakeholder-Dialog u.a. mit der Immobilien­wirtschaft eingebracht. Es werden Vorschläge zur Weiterentwicklung der Produktpalette und des Marketings gemacht sowie Benchmarks und neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Herangehensweise

Die Gründe für die stark variierende Akzeptanz des Mieterstromangebots sind derzeit unklar. Ein wesentlicher Teil des Forschungsprojekts beschäftigt sich daher mit den Haushalten in Mieterstromprojekten und ihrer Motivlage.

Neben der Analyse bestehender Mieterstromprojekte wird eine Zielgruppenbefragung der Mieter_innen in ausgewählten Mieterstromprojekten der Berliner Stadtwerke durchgeführt. Die Befragungen gliedern sich in einen quantitativen Teil mit einer kombinierten Online- und Telefonbefragung und einen qualitativen Part in Form von Tiefeninterviews.

Für die Zielgruppe der Hausverwaltungen soll evaluiert werden, welche zusätzlichen Dienst­leistungen im Rahmen eines Mieterstromprojektes angeboten werden können, um die Realisierungschancen zu erhöhen. Hier werden neben einer Dachpacht und anderen ökonomischen Anreizen insbesondere technisch-organisatorische Aspekte geprüft.