EuStock / stock.adobe.com

MedikaMig - Vermeidung von Polypharmazie bei chronisch Erkrankten mit Migrationshintergrund

Projektlaufzeit: 01.04.2019 bis 30.09.2021
Projektleitung:
Projektpartner:

Opens external link in new windowDeta-Med Hauskrankenpflege

Opens external link in new windowCharité – Universitätsmedizin Berlin, Zentrale fachliche Leitung der Sozialdienste

Opens external link in new windowTöchter und Söhne – Gesellschaft für digitale Helfer mbH

Opens external link in new windowDr. Volkan Aykac – Evangelisches Geriatriezentrum Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Dokumente:
ifaf_medikamig_expose.pdf725 K

Kurzbeschreibung:

Im Zuge des demografischen Wandels steigt die Zahl älterer und hochaltriger Menschen, was eine höhere Wahrscheinlichkeit chronischer Krankheit und Pflegebedürftigkeit mit sich bringt. Der Zugang zu und die kontinuierliche Nutzung von medizinischer Versorgung können bei Menschen mit Migrationshintergrund mit besonderen Barrieren und Herausforderungen verbunden sein. Die regelmäßige und richtige Einnahme von Medikamenten ist eine dieser Herausforderungen. Im Projekt MedikaMig entsteht ein webbasiertes Konzept, das türkeistämmigen Menschen helfen soll, ihre Medikamenteneinnahme besser zu kontrollieren.

Problemstellung
Durch die Einnahme unterschiedlicher Arten von Medikamenten steigt das Risiko einer Fehl- oder unangebrachten Mehrfachmedikation und damit auch die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen, bis hin zu ungeplanten Notfalleinweisungen ins Krankenhaus. Bisher sind Polypharmazie – die gleichzeitige Anwendung verschiedener Arzneimittel – und Fehlmedikation bei Menschen mit Migrationshintergrund sowohl national als auch international wenig erforscht.

Projektinhalte
Um schädliche Medikation zu vermeiden und so auch die Notaufnahmen zu entlasten, müssen Fehlverabreichungen und -einnahmen identifiziert, kommuniziert und verringert werden. Vor diesem Hintergrund zielt die Studie darauf ab, derzeitige Ressourcen und Barrieren in der medikamentösen Versorgung chronisch kranker türkeistämmiger Menschen zu erfassen und digitale Tools zur Beratung zu entwickeln. Diese Tools sollen bei der richtigen und kontinuierlichen Einnahme von Medikamenten helfen und gleichzeitig eine verbesserte Kommunikation der Versorgenden untereinander erreichen.

Im Projekt analysieren die Forschenden  medikamentöse Versorgungspraktiken von Ärzt_innen, Apotheker_innen und Pflegepersonal sowie die Einnahmepraktiken chronisch erkrankter, älterer türkeistämmiger Menschen. Dazu werden jeweils 10 ressourcen- und problemzentrierte Interviews mit Patient_innen und deren Angehörigen sowie 10 bis 15 Expert_inneninterviews mit Krankenhaus- und niedergelassenen Ärzt_innen, Sozialarbeiter_innen sowie ambulanten Pflege- und Sozialdiensten durchgeführt und ausgewertet.

Die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie führten zu einer Änderung des Studiendesigns dahingehend, dass weitere Erhebungen im Verlauf der Pandemie durchgeführt werden, um deren Folgen für die Kontinuität der Verschreibung und Einnahme von Medikation zu untersuchen.

Erwartete Ergebnisse
Im Projekt wird ein webbasiertes Konzept zur Verbesserung der medikamentösen Versorgung türkeistämmiger Menschen mit unterschiedlichsten Diversitätsmerkmalen entwickelt, um so das Risiko einer Fehlversorgung und unangemessener Mehrfachmedikation zu verringern.

Veranstaltungen und Präsentationen:

Publikationen:

Opens external link in new windowPolypharmazie und Fehlmedikation - Das Forschungsprojekt MedikaMig versucht Fehl- oder unangebrachte Mehrfachmedikation bei chronisch Erkrankten mit Migrationshintergrund zu verringern (alice online. Magazin der ASH Berlin, 06.01.2020)

Kontakt:

E-Mail sendenProf. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin

E-Mail sendenProf. Dr. Martin von Löwis

 

 

IMPRESSUM  |  DATENSCHUTZ