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RoSen

Humanoide Robotik in Senioren-Wohnanlagen

Kurzbeschreibung

Humanoide Roboter werden in den kommenden Jahren zunehmend in den häuslichen Bereich einziehen und damit unsere Gesellschaft nachhaltig verändern. Als eines der großen Anwendungsfelder gilt die Verbesserung des Lebens im Alter. Das Projekt RoSen sammelt in einem ersten Schritt die Bedürfnisse von Bewohner*innen in betreuten Senioren-Wohnanlagen. Im zweiten Schritt entstehen Anwendungsmöglichkeiten und werden in ersten Praxisanwendungen untersucht. Der humanoide Roboter „Myon“ dient im Projekt als Technologie-Plattform.

Projektinfos

Projektlaufzeit

01.04.2020 bis 30.09.2022

Förderlinie

Hintergrund

Nicht nur die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG hat Interesse daran, humanoide Roboter in ihren Liegenschaften einzusetzen. Rund 100 hochmotivierte Studierende nehmen seit 2019 am Studiengang „Humanoide Robotik“ der Beuth Hochschule für Technik teil, und viele interessieren sich dafür, gesellschaftlich gewünschte Anwendungen der humanoiden Robotik zu entwickeln.

Methodik

In der ersten Konzeptphase führen Studierende Gespräche und moderierte Diskussionen mit Bewohner*innen von betreuten Senioren-Wohnanlagen und deren Betreuer*innen sowie Technologie-Expert*innen. Ziel ist die Identifikation und Erhebung von Wünschen und Bedürfnissen sowie eine erste Überprüfung auf deren Umsetzbarkeit. Daraufhin werden Anwendungsszenarien beschrieben und priorisiert, unter Berücksichtigung folgender Rahmenbedingungen:

  • technologisch in angemessener Zeit realisierbar
  • Hardware vorhanden bzw. für die Anforderungen nachrüstbar
  • wünschenswerte Anwendung seitens der Senior*innen

In der folgenden Praxisphase passen die Projektmitarbeiter*innen des technischen Partners in Zusammenarbeit mit den Studierenden den programmierbaren Roboter an die identifizierten Anforderungen an. Daraufhin können die Senior*innen in definierten Zeiträumen in Interaktion mit dem Roboter treten, wobei diese beobachtet und ausgewertet wird. Im Anschluss werden die Senior*innen, Studierenden und Technologie-Expert*innen befragt, ob der vorausgesagte Nutzen sowie der Aufwand den Erwartungen entsprechen, bzw. wenn nicht, warum nicht. Je nach möglichem Zeithorizont wird eine neue Anwendung ausprobiert oder die vorhandene ausgebaut und verfeinert.

Ziel

Es geht nicht in erster Linie darum „irgendeine marktfähige Anwendung“ zu schaffen. Vielmehr ist das Projektziel, wissenschaftlich systematisch und sorgfältig die Bedürfnisse und Erwartungen der potenziellen Anwender*innen und jungen Nachwuchstechnolog*innen zu erfassen und zu analysieren. Das Projekt hat somit eine wesentliche gesellschaftliche Dimension, wenngleich die technischen Aufwände erheblich sind.