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KI-InnoX

KI-gestützte Transformationsprozesse in Innovationsökosystemen

Kurzbeschreibung

Welche KI-Lösungen sind langfristig tragfähig? Welche Plattformentscheidung schafft Handlungsspielraum und welche erzeugt Abhängigkeiten, die man erst später bemerkt? Diese Fragen stellen sich Berliner Unternehmen, öffentliche Organisationen und intermediäre Akteur*innen zunehmend – besonders in Momenten, in denen sie sich grundlegend neu aufstellen: bei Unternehmensnachfolgen, strategischen Neuausrichtungen oder dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle.

In einem vernetzten Innovationsstandort wie Berlin wirken solche Entscheidungen über einzelne Organisationen hinaus. Sie prägen, welche Kooperationen möglich werden, welche Abhängigkeiten entstehen und wie das regionale Innovationsökosystem sich insgesamt entwickelt. Wie diese Entscheidungen in der Praxis getroffen werden und was sie auslösen, ist bislang kaum systematisch untersucht.

KI-InnoX schließt diese Lücke: Das Projekt analysiert reale Technologie-, Plattform- und Architekturentscheidungen in Berliner Transformationssituationen und entwickelt daraus Werkzeuge, die Orientierung geben.

Projektinfos

Ausgangslage

Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz eröffnet Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Akteuren neue Möglichkeiten: größere Datenmengen schneller analysieren, Entscheidungen auf fundierteren Grundlagen treffen, Innovationsprozesse enger verknüpfen. Gerade in einem vernetzten Standort wie Berlin, wo junge Technologieunternehmen, KMU, Hochschulen und öffentliche Einrichtungen eng zusammenwirken, kann das viel bewegen.

Zugleich steigen die Anforderungen – an die Auswahl geeigneter Technologien und Plattformen, an die Qualität datenbasierter Entscheidungen und an die Fähigkeit, sich in einem dynamisch verändernden technologischen Umfeld zu orientieren. Wer sich für eine bestimmte KI-Lösung oder Systemarchitektur entscheidet, legt damit oft auch fest, mit wem künftig kooperiert werden kann und welche Abhängigkeiten entstehen. Technologische Wahlentscheidungen werden so zu Strukturentscheidungen – für das eigene Unternehmen und das Innovationsumfeld insgesamt.

Wie solche Entscheidungen in der Praxis entstehen, was sie auslösen und wie sie besser unterstützt werden können, insbesondere in Transformationssituationen wie Unternehmensnachfolgen, strategischen Neuausrichtungen oder dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle, ist bislang kaum systematisch untersucht. Dieser Befund steht im Kontext nationaler und europäischer Innovationspolitik: Die Hightech-Agenda der Bundesregierung definiert KI als Schlüsseltechnologie, der europäische AI Act sieht KI-Reallabore vor, in denen Anwendungen unter realen Bedingungen erprobt werden. Genau hier setzt KI-InnoX an.

Ziel und Vorgehen

KI-InnoX analysiert reale Entscheidungsprozesse in Berliner Unternehmen und Organisationen und überführt die gewonnenen Erkenntnisse in praxisnahe Werkzeuge.

Den Kern des Projekts bilden qualitative Fallstudien in KMU, Familienunternehmen und mit intermediären Akteuren. Untersucht wird, wer wann auf welcher Grundlage über Technologie-, Plattform- und Architekturentscheidungen entscheidet und wie sich diese Entscheidungen auf das Unternehmen und seine Partner im Innovationsökosystem auswirken. Daraus entstehen typisierte Entscheidungssituationen, die über den Einzelfall hinaus Orientierung bieten.

Auf dieser Basis entwickelt das Projektteam KI-gestützte Demonstratoren: analytische Werkzeuge, mit denen technologische Optionen vergleichbar gemacht werden, etwa hinsichtlich Erweiterbarkeit, Offenheit oder möglicher Abhängigkeiten. In Workshops und Hackathons werden diese Instrumente gemeinsam mit Berliner Praxispartnern erprobt und weiterentwickelt. Ergänzend untersucht das Projekt die strukturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen, unter denen KI-Anwendungen im regionalen Innovationskontext verantwortungsvoll und nachhaltig eingesetzt werden können.

Zusammenarbeit im Verbund

Das Projekt wird im Verbund der Berliner Hochschulen für angewandte Wissenschaften HWR, HTW und ASH umgesetzt, mit Expertise in organisationalen Entscheidungsprozessen und digitalen Plattformökosystemen, technischer Entwicklung und Bewertung konkreter KI-Lösungen sowie der Analyse von Akzeptanz, Nutzungsvoraussetzungen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Fraunhofer FOKUS steuert Expertise zu KI-Systemarchitekturen und Interoperabilität bei. Die Digitalagentur Berlin und die Technologiestiftung Berlin unterstützen mit Daten zur KI-Nutzung in der Berliner Wirtschaft; Berlin Partner stärkt die Vernetzung im Berliner KI-Ökosystem. Unternehmerverbände und die IHK sichern die kontinuierliche Rückkopplung mit der Unternehmenspraxis.

Erwartete Ergebnisse

Bis Ende 2027 liegen mehrere praxiserprobte Ergebnisse vor:

  • Ein empirisch fundiertes Analysemodell beschreibt, wie KI-bezogene Entscheidungslogiken und Plattformstrukturen Transformationsprozesse in KMU und regionalen Netzwerken prägen.
  • Entscheidungshilfen und Transformationsdossiers geben kompakte Orientierung für typische Situationen wie Unternehmensnachfolge, Plattformwechsel oder strategische Neuausrichtung. Sie sind für Beratung und Weiterbildung aufbereitet.
  • Offene KI-Demonstratoren machen verschiedene technologische Optionen vergleichbar und stehen Netzwerkpartnern für eigene Projekte zur Weiternutzung offen.
  • Ein Kompetenzportfolio zeigt, welche individuellen und organisationalen Voraussetzungen für wirksamen KI-Einsatz nötig sind und leitet Implikationen für Unternehmen und Bildungseinrichtungen ab.

Die im Projekt entwickelten Materialien und Orientierungshilfen werden aufbereitet und in geeigneter Form zugänglich gemacht. Damit erhalten Berliner Unternehmen und Organisationen eine empirisch fundierte Grundlage für KI-bezogene Entscheidungen.