JUPORE - Jugendarbeit, Polizei und rechte Jugendliche in den 1990er Jahren

Projektlaufzeit: 01.04.2020 bis 31.03.2022
Projektleitung:
Projektpartner:Opens external link in new windowFachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung
Opens external link in new windowAktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit
Opens external link in new windowEmil Julius Gumbel Forschungsstelle - Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien
Opens external link in new windowLandesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung

Kurzbeschreibung:

Ausgangspunkt des interdisziplinär und multiperspektivisch ausgerichteten Forschungsprojektes JUPORE ist der Befund, dass in Berlin und Brandenburg regionale „Hotspots“ auszumachen sind, die über viele Jahre hinweg durch eine hohe Anzahl an im weitesten Sinne rechtsmotivierten Gewalttaten auffallen. Es wird von der These ausgegangen, dass sich ein spezifisches gesellschaftliches Milieu und damit einhergehend spezifische politische Kultur bereits seit den 1990er Jahren herausgebildet und verfestigt hat. Seit dieser Zeit wurde versucht, mit Konzepten der Sozialen Arbeit und polizeilichen Maßnahmen auf das Problem des (jugendlichen) Rechtsextremismus zu reagieren. Uns geht es hier zunächst um eine Rekonstruktion des sozialarbeiterischen Handelns, das vor allem am Konzept der „akzeptierenden Jugendarbeit“ orientiert war, und des damaligen Handelns der Polizei. Es wird zu rekonstruieren sein, von welchen sozialarbeiterischen, politischen und polizeilichen Prämissen die damaligen Akteure ausgingen. Unter anderem wird auch zu fragen sein, wie sich das damalige weitgehende Fehlen dezidiert geschlechtersensibler und rassismuskritischer Perspektiven auf die Fachdiskussion und praktische Arbeit ausgewirkt hat.

Damit steht das Forschungsprojekt JUPORE einerseits im Kontext und in der Kontinuität einer fachlichen Diskussion und Kontroverse, die von Beginn an die sozialpädagogische Arbeit mit „rechten“ Jugendlichen und den polizeilichen Umgang mit Rechtsextremismus begleitet haben. Andererseits werden von dem Projekt neue Erkenntnisse erwartet, die für aktuelle Fachdiskussionen und praktische Bemühungen von hoher Relevanz sind. Das qualitativ ausgerichtete Forschungsprojekt wird methodisch mit der Kombination verschiedener Forschungsmethoden, der Triangulation, vorgehen (leitfadengestützte Expert_inneninterviews, Diskursanalyse, Forschungsstandauswertung). Geplant sind projektbegleitend jährlich stattfindende Werkstattgespräche mit Fachkräften aus Sozialer Arbeit, Polizei und Zivilgesellschaft.

 

 

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