News · 27.04.2026
Neue IFAF-Projekte 2026
IFAF Berlin 2026/2027: Neue Verbundprojekte zu Pflege, Krisenkommunikation und KI-Innovationsökosystemen
Wie müssen Kommunikationsstrukturen in Städten aufgestellt sein, damit sie in der Krise handlungsfähig bleiben? Unter welchen Bedingungen entlasten Robotik und Exoskelette Pflegekräfte tatsächlich? Und was lösen KI-Technologieentscheidungen einzelner Unternehmen im regionalen Innovationsökosystem aus? Fragen, auf die Berlin Antworten braucht. Angewandte Forschung kann dazu einen konkreten Beitrag leisten. Das IFAF Berlin – der gemeinsame Forschungsverbund der vier staatlichen Berliner Hochschulen für angewandte Wissenschaften – stellt sich diesen Herausforderungen mit drei neuen Verbundprojekten.
Gefördert werden die Projekte vom Land Berlin. Beteiligt sind die vier Berliner Hochschulen für angewandte Wissenschaften: HTW Berlin, HWR Berlin, ASH Berlin und BHT. Praxispartner aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gestalten von Beginn an mit: in Pflegeeinrichtungen, Bezirksämtern und Unternehmen. Außeruniversitäre Forschungspartner sind Institute der Fraunhofer-Gesellschaft.
Projekte im Überblick
KRIKO-BE – Krisenkommunikation und Governance in Berlin
Berlins Stromausfälle 2025 und 2026 haben gezeigt, wo die Krisenkommunikation der Stadt an Grenzen stößt – und was vor Ort bereits funktioniert. In Treptow-Köpenick informierte das Bezirksamt über einen WhatsApp-Kanal: improvisiert, aber wirksam. In Steglitz-Zehlendorf wurden Kirchen und Jugendeinrichtungen spontan zu Anlaufstellen.
Bestehende Warnsysteme erreichen längst nicht alle. Wie technische und soziale Strategien in der Krisenkommunikation zusammenwirken, ist bislang kaum erforscht. HTW Berlin, ASH Berlin, BHT und HWR Berlin arbeiten gemeinsam mit Fraunhofer FOKUS an Antworten. Bezirksämter, Berliner Feuerwehr und Senatsverwaltung für Inneres und Sport sind als Praxispartner direkt eingebunden.
KI-InnoX – KI-gestützte Transformationsprozesse in Innovationsökosystemen
Welche KI-Lösungen sind langfristig tragfähig? Welche Plattformentscheidung schafft Handlungsspielraum – und welche erzeugt Abhängigkeiten, die man erst später bemerkt? Diese Fragen stellen sich Berliner Unternehmen besonders in Momenten, in denen sie sich neu aufstellen: bei Nachfolgen, Neuausrichtungen, neuen Geschäftsmodellen. In einem vernetzten Innovationsstandort wie Berlin wirken solche Entscheidungen weit über einzelne Organisationen hinaus. Wie sie in der Praxis getroffen werden, ist bislang kaum erforscht. ASH Berlin, HWR Berlin und HTW Berlin gehen dieser Frage gemeinsam mit Fraunhofer FOKUS nach – mit KI-InnoX. Technologiestiftung Berlin, Berlin Partner und die IHK Berlin verbinden das Projekt mit der Berliner Unternehmenslandschaft.
Robo4Care – Robotics for Care Enhancement
Deutschland wird älter. Der Bedarf an Pflege wächst, die Zahl derer, die diesen Beruf ausüben können und wollen, sinkt. Exoskelette und Assistenzroboter sollen das ändern – kommen im Pflegealltag aber kaum an. Unbequem, schlecht integriert, unzureichend erprobt. BHT, ASH und HTW Berlin wollen mit Fraunhofer IZM herausfinden, unter welchen Bedingungen Robotik im Pflegealltag wirklich hilft. Die Erprobung findet direkt in Einrichtungen des Johannesstift Diakonie statt; DGUV und Deutsche Rentenversicherung Bund begleiten den Prozess aus Arbeitsschutz- und Präventionsperspektive.
Die drei Projekte stehen für das, was das IFAF Berlin ausmacht: Hochschulen forschen gemeinsam, Praxispartner sind von Anfang an dabei – nicht als Abnehmer der Ergebnisse, sondern als Mitgestalter. Parallel dazu arbeitet das IFAF Berlin an seiner eigenen Weiterentwicklung: als Verbund, der die Berliner HAW in angewandter Forschung und Transfer zusammenbringt und stärkt.


